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BLOGGER VS. PRINT ?

Das es um das Medium Print schlecht steht, ist schon länger klar. Das daran aber die Blogger eine Mitschuld tragen, war mir neu. Meine Meinung dazu und welches Erlebnis mich prägte könnt ihr hier lesen …


Als Blogger wird man ja auf so einige Events eingeladen (ich persönliche besuche nur Events die mich wirklich interessieren, da ich einfach nicht die Zeit habe und meine Zeit mir auch kostbar ist). Manche davon sind eigens für Blogger, bei anderen trifft man auch immer wieder auf Journalisten namenhafter oder nicht so namenhafter Magazine. Das hier ein kleiner Krieg tobt weiß ich erst seit kurzem, ich sah Blogs nämlich IMMER als Zusatz zum Medium Print und nie als Ersatz. Ich lese beides, ich stehe beidem kritisch gegenüber – wobei mir hier natürlich klar ist, das ich als Blogger viel ehrlicher schreiben kann (und sollte) und auch mehr Platz zur Verfügung habe. Trotzdem kaufe ich Magazine, meist stammen diese jedoch aus dem Ausland, da ich die diese einfach lieber lese.

Was ist also passiert?

In wunderbarer Atmosphäre bei einem äußerst tollen Event traf ich am Buffet (das Essen war exquisit) eine Chefredakteurin eines Magazines, das ich hier nicht nennen will und auch nicht werde. Sie war anfangs total lieb und nett, aufgedreht und fing mit mir zum plaudern an. Ich lerne ja gerne neue Leute kennen, Kontakte knüpfen ist das A und O – manche Personen würde man aber natürlich auch lieber nicht treffen. Als sie mich  fragte für welches Printmedium ich tätig sei und ich ihr dann sagte ich sei Bloggerin kam als erste Antwort „lass mich raten, du hast auch noch einen „richtigen“ Job, oder?“. Hier möchte ich hinzufügen, wenn ich vom bloggen leben könnte, würde ich nur das tun, ich liebe mein kleines Baby und liebe es zu schreiben und immer wieder neues zu entdecken, aber das kann ich nun nicht. Anfangs versuchte ich noch lieb und nett mit ihr zu kommunizieren, die Anfeindung das ich und meine Mitbloggerinnen daran Schuld seien das niemand mehr etwas für die Inhalte zahlen will und wir den ganzen Markt ruinieren versuchte ich zu argumentieren, denn ich sehe Blogs wirklich nicht als Konkurrenz, ich finde sie ergänzen sich super mit Print. Das verneinte sie, meinte sogar „schade dass der Markt offen für alle ist, wäre das reglementiert, hätten wirs einfacher“.

Auch auf die Frage hin, ob ich nur blogge um „alles gratis zu bekommen“ musste ich nur schmunzeln, da ich sehr viel Geld monatlich selbst in Kosmetik investiere und ich das auch gerne tue. Weiters wurde argumentiert das wir uns ja gar nicht auskennen, wir würden weder die Inhaltsstoffe kennen noch sonst irgendwie informiert sein, ich wollte ihr jetzt nicht die letzten fünf Chanel LE’s runter predigen, aber sie sah, ich kenne mich aus, weil es mich interessiert.

Natürlich hab ich ihr gesagt, dass ich auch finde das Blogs ja subjektiv berichten. Ich berichte wie ICH das Produkt finde, das ist MEINE Meinung. Das macht für mich einen großen Unterschied.

Ich weiß nicht, ob man auf so einem Niveau, dass dann wirklich beleidigen wurde, obwohl sie mehrmals meinte sie meint es nicht böse, fühlte ich mich doch nicht mehr wohl, ich bin es nicht gewohnt so behandelt zu werden, nur weil ich „Bloggerin“ bin.

Das große Fazit war wohl, dass Unternehmen und auch die Geschäftsetagen der Magazine anscheinend denken das Blogger alles GRATIS machen und somit die Magazine auch nicht mehr bezahlt werden – ob das nun wirklich so ist, ich weiß es nicht. Ich finde es jedoch schade, wenn man sich anfeindet und degradiert.  Mir kam das alles ziemlich altmodisch vor, alles was NEU ist wird gleich verteufelt, dabei kann man so viel mit dem potential eines Blogs oder überhaupt des Medium Internet anfangen – das sollte man ergreifen. Natürlich kann ich schneller und objektiver über ein Produkt berichten als ein Magazin, aber warum sieht ein Magazin mich als Konkurrent?  Immerhin kann man doch alle Medien nützen, effektiv – so erreicht man die Zielgruppe noch besser und festigt sich am Markt. Aber nein, wir Blogger sind böse und ruinieren den Markt. Natürlich kann man den Inhalt auf meinem Blog „gratis“ abrufen, aber viele Magazine haben Online Plattformen wo dies genauso ist und ich finde das toll, ich bezahle aber auch gerne meine 3-12 Euro für ein Magazin, da mich beide Seiten interessieren.

Es tut mir leid, irrsinnig leid, dass dieses Konkurrenz denken existiert und das anscheinend Redakteure so über Blogger denken, denn ich würde ein miteinander viel schöner und lobenswerter finden. Dieser NEID der existiert, das man auch nur einen kleinen Brösel vom Kuchen an die Blogger verlieren könnte finde ich extrem schade und kindisch, wenn man nach außen hin als Einheit auftritt und offen allem gegenüber tritt hat am Ende jede Partei mehr davon. Aber was solls!

Liebe Magazine – ich würde gerne für das hier bezahlt werden, denn ich mache es mit Leidenschaft! Wenn man so etwas nicht zu würdigen weiß, dann tut es mir wirklich leid.

Und an alle Redakteure – ihr macht tolle Arbeit, aber nur weil ich das hier als „Hobby“ mache, heißt nicht das nicht genauso viel Herzblut, recherche und Arbeit drinnen steckt.

In diesem Sinne – HAVE A NICE DAY!

5 thoughts on “BLOGGER VS. PRINT ?

  1. Sehr schöner Beitrag. Ich finde es ja schon etwas dreist von der Guten dass sie dich so anmacht. Als ob sie die Inhaltsstoffe der Produkte kennt die sie vorstellt.. Ich finde ein Blogger ersetzt nicht den Bericht eines Magazines. Du resp. Wir geben ja unsere Meinung kund und ich verstehe nicht wie das als "Konkurrenz" ausgelegt werden kann.

  2. Also das Verhalten von ihr geht natürlich gar nicht, aber es stimmt schon, dass das Bloggen eine große Mitschuld daran hat, dass immer mehr Redakteure abgebaut werden. Ich kenne ja beide Seiten (arbeite ja bei Magazinen und für Verlage) und kenne daher auch die Problematik die Blogs für Magazine darstellen…

  3. Ich kann mich in die Perspektive der Redakteurin gut hineinversetzen, wenngleich ich ihre Meinung nur partiell teile. Es gibt, und das muss man schon gelten lassen, eine Menge Blogger, deren Blogs qualitativ katastrophal sind (und damit meine ich nicht die Photoqualität, sondern die Art des Schreibens, Rechtschreibung, etc). Das jemand, der keinerlei Ausbildung absolvieren musste, keinen Karrierestress hat, nicht den Druck, immer gute Arbeit abliefern zu müssen, Erfolg hat, ist bestimmt frustrierend für jemanden, der all das durchlaufen musste.
    Dass Konkurrenzdenken be- und entsteht, ist ja nichts negatives. Ganz im Gegenteil sollte man diesen Neid, Grant und die Frustration dazu verwenden, sich auf die Hinterbeine zu stellen und neu durchzustarten. Wenn das Printmedium (Fashion-)Magazin sich nicht dauernd mit Blogs misst, sondern wieder sein eigenes Ding macht, habe ich wenig Sorge, dass uns die Magazine auch in Zukunft erhalten werden.

  4. Danke für diesen tollen Beitrag!
    Die Art und Weise wie sie mit dir umgegangen ist, ist unfassbar frech und absolut nicht akzeptabel.
    Aber ganz Unrecht hat sie "leider" nicht.
    Es gibt wahnsinnig viele, großartige Blogs…auch ich lese sehr viele, täglich! Aber ich kaufe mir trotzdem Zeitschriften, weil ich es einfach liebe darin zu blättern. Für mich ist das ähnlich wie der Vergleich von E-Books und "Papier-Büchern".

    Aber ich kenne auch die Kehrseite. Ich arbeite selbst in einem Medienunternehmen und durch EInsparung diverser Stellen, werden feste zu freien Mitarbeitern und versuchen sich mit Online-Artikeln für Homepages über Wasser zu halten. Ich weiß nicht, ob das wirklich glücklich macht, wenn man studierter Journalist ist.
    Ich glaube aber, dass eine Zeitschrift, die wirklich qualitativ hochwertig arbeitet (Fotos, Beiträge, Themen usw.) es locker mit den Blogs aufnehmen kann…aber kleinere Unternehmen tun sich da mit Sicherheit sehr schwer.

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