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Der Vorname oder das antisemitische Wien

Ich weiß nicht ob mein Blog die richtige Plattform für so etwas ist, nachdem hier sonst immer die pinke Glitzerwelt herrscht, aber da ich keine andere Möglichkeit sehr und meinen Frust und meine Wut teilen will, schreibe ich sie hier nieder. 

Als wäre das Leben als Mutter mit Kind die tagtäglich mit den Öffis unterwegs ist nicht schon anstrengend genug (immerhin wagt man es ja mit Kind, dass dazu auch noch einen Kinderwagen braucht (mittlerweile nicht mehr, aber immerhin fast zwei Jahre lang) sich außer Haus zu wagen, und das morgens. Weil man ja auch arbeiten muss) kommen immer wieder Personen, meist ältere Damen, die gerne quatschen und einen zwischen zwei UBahn Stationen Ratschläge, Tipps fürs Leben geben oder von Furunkel erzählen. Ich muss gestehen, unser Kind ist sehr offen und freundlich. Kontaktfreudig. Ich eher nicht. Ich hasse es wenn mich Menschen ansprechen, ich will meine Ruhe haben. Nein ich hasse Menschen nicht per se, aber  in der UBahn  will ich einfach meine Ruhe haben.

Diese älteren Damen. Ja. Meist fragen sie zu allererst nach den Namen. Wobei wir bei dem Problem wären, das eigentlich keines ist. Aber anscheinend schon. Unser Sohn heißt Jacob. Ich finde den Namen toll, Englisch wie Deutsch gesprochen. Die meisten älteren Damen nicht. Wo vorher noch entzücken in ihren Gesichtern herrschte ist dann meist ekel. Entsetzen. Ich konnte das anfangs nicht einordnen, immerhin ist „Jacob“ ja ein Recht normaler Name. (was ist schon normal)

 Das Wort „Jude“ fiel das erste Mal als er sechs Monate alt war. Ich war im 1 Bezirk unterwegs, mein Wonneproben mit dabei, blond wie ein Engel. Ich hatte einen guten Tag, also unterhielt ich mich mit einer Dame die zufällig auch gerade in der Kinderabteilung eines Kaufhauses war. Sie machte mir viele Komplimente. Wie hübsch er doch sei und oh die hübschen blonden Haaren. Wie das Kind denn heiße. „Jacob“ blankes entsetzen, wieder dieser Ekel „wie können sie den armen arischen Kind so einen Juden Namen geben? Sie jüdische Schlampe“ und weg war sie. Ich war nach diesem Erlebnis ziemlich geschockt und baff. So baff das ich nichts erwidern konnte. Mir würden auch heute keine Worte einfallen. Ich war noch nie so behandelt worden.

Seitdem passiert uns das ständig. Dieses Erlebnis war der Vorbote auf viele Ereignisse. „Judenschlampe“, „jüdisches Gsindl“ etc. Mindestens einmal im Monat werden wir beschimpft. Die Personen drehen sich meist weg oder sprechen ganz leise, wir werden nicht angebrüllt. Nein so etwas tun sie nicht. Mittlerweile spreche ich fast nur Englisch mit ihm, um den älteren Damen aus dem Weg zu gehen, aber auch da werden wir beschimpft „ausländisches Pack“ „nicht mal Deutsch könnens“.

Für mich ist Jude kein Schimpfwort, aber wie diese Dame es mit negativen Worten in Verbindung bringen ist mehr als verletzend, es ist antisemitisch. Und ich bin immer wieder aufs neue baff wie viel HASS uns entgegen gebracht wird, wegen eines Namens oder wegen der Art wie wir sprechen. Alleine das man in Wien, als Wienerin mit seinem Kind, auf der Straße angepöpelt wird, ist extrem traurig.

Der Grund warum ich dieses sensible Thema anspreche ist ein heutiges Erlebnis, das mich fast dazu brachte in Tränen auszubrechen. Wir warteten gerade auf den Bus, er saß auf meiner Schoss und neben uns gesellte sich eine ältere Dame dazu. Sie lächelte ihn an und wie unser Kind so ist, sprach er sie gleich an und begrüßte sie. Wieder fragte sie nach seinem Namen. Er erwiderte fröhlich „Jacob“ und ihr Gesicht schlief ein. „Jetzt treibt sich das Judenpack schon hier im Bezirk rum, vor euch ist man nie sicher. Nirgends. Unterm Adi würdest jetzt ned da sitzen.“ Ich wäre am liebsten sofort wutenbrannt aufgesprungen, ignorierte sie aber. Diese Personen suchen den Streit. Außerdem wollte ich nicht das mein Sohn etwas davon mitbekommt. Er weiß mit drei mittlerweile schon das es verschiedene Arten von Religionen gibt und ich will nicht das er auch nur mit irgendeiner Art des Glaubens oder Nicht Glaubens etwas negatives mitnimmt. Also blieb ich sitzen. Ignorierte den Drachen. Sie tat das mit uns aber nicht. „So viel wie es heute geregnet hat, wenn das Schnee wäre, wären wir schon erstickt. Aber mit ersticken habts ja eh Erfahrung.“ Ich weiß nicht wie ich meine Gefühle in diesem Moment beschreiben soll, aber ich hätte sie am Liebsten angebrüllt. Ich finde das extrem traurig und schrecklich das man einer wildfremden Person mit Kind so etwas sagt. So etwas auch nur andeutet. Als der Bus kam gingen wir, Jacob sagte sogar noch „Baba“ und winkte ihr.

Ich finde solche Situationen extrem schwierig. Ich weiß auch das dieses „ausweichen“ und den Menschen aus den Weg gehen nicht der richtige Weg ist, es sind ja auch nicht alle Personen schlecht oder gemein oder rassistisch, aber ich hab in den letzten zwei Jahren so viele schreckliche Erlebnisse gehabt, das ich einfach nicht mehr will. Es reicht mir. Mein Sohn wird immer älter und wir erziehen ihn sehr weltoffen. Für ihn ist jeder Mensch ein Mensch, gleich viel wert. Egal welcher Religion er angehört, welche Hautfarbe er hat oder woher er stammt. Egal welche Sprache er spricht oder wen er liebt. Alle Menschen sind gleich. Alle Menschen sind gleich viel wert. Es ist mir irrsinnig wichtig ihm diese Werte zu vermitteln, ihm zu zeigen, dass man jeden gern haben kann.

Ich will nicht, das wir beleidigt werden, nur weil er „Jacob“ heißt. Nur weil Menschen glauben, dass dieser Name auf unseren Glauben schließt. (und was ist das für eine Welt, das man wegen seines Glaubens beleidigt wird).Und nein ich hab noch nie jemanden gesagt „wir sind keine Juden“, denn „who cares?“ und was hat es überhaupt für einen Wert zu wissen woran der andere glaubt? Muss man jemanden auf solche Dinge reduzieren, werten? Muss ich mich rechtfertigen, mich mit dem Satz „nein ich bin keine Jüdin“ schützen, ich will das gar nicht. Ich sehe es nicht ein, das auch noch zu erwähnen. Und es ist für mich auch kein Schimpfwort, „Jude“ genannt zu werden, ich wäre auch nicht gekränkt wenn jemand sagt „du Christ“. Der Ton macht die Musik.

Ich finde es extrem traurig, schade und auch sehr bedenklich das mir das hier, in dieser Stadt im Jahr 2013 passiert. Dass wir so viele schlechte Erfahrungen hatten und so viele Beleidigungen erdulden mussten, wegen eines Namens und unserer Sprache. Weil Leute glauben zu wissen woran wir glauben, dem aber nicht so ist (und wie gesagt, selbst wenn, es geht niemanden etwas an)

Und nur weil vor ein paar Jahren vielleicht Kinder einer bestimmten Glaubensrichtung so benannt wurden, heißt das nicht das es heute auch noch so ist. Es tut mir irrsinnig Leid, und ich möchte nicht wissen wie viele negative Erfahrungen andere Personen sammeln, wenn „uns“ als „einheimische“ zeitweise das Leben schon so schwer gemacht wird.

Nein, wir werden nicht ständig beschimpft, aber allein das ich die Vorfälle nicht mehr an einer Hand abzählen kann zeigt doch schon, dass hier etwas falsch läuft.

Das traurige daran ist, ich weiß nicht wie ich es ändern kann, wie ich dem entfliehe, meinen Sohn davor beschützen kann. Das macht mich eigentlich sehr traurig, denn ich will nicht das er auch nur irgendwie negativ behandelt wird deswegen.

Wer sich für die Namensherkunft von Jacob interessiert kann das übrigens hier nachlesen

Und noch etwas an alle, die auch nur irgendwie wegen ihres Glaubens, Religion, Hautfarbe, Herkunft, sexuellen Orientierung oder Geschlechts diskriminiert wurden – es tut mir leid, dass euch das widerfährt.

Ps. für die, die sich fragen wo wir so unterwegs sind, bis auf das heutige Erlebnis ist uns alles in der Inneren Stadt passiert

30 thoughts on “Der Vorname oder das antisemitische Wien

  1. oh mein gott, ich hätte nie gedacht, dass es das heute in Österreich geben könnte! also ich bin in linz aufgewachsen und lebe seit 6 jahren in Graz, und ich denke, hier wäre so etwas hier nicht möglich wäre.
    einfach schockierend das ganze.

  2. Das ist unglaublich. Ich habe garkeine Vorstellung davon, wir dir bei sowas zumute sein muss. Da wird dein Kind allenernstes wegen des Namens "Jacob" sooft angegriffen? Von wildfremden Menschen? Ganz ehrlich: ich bin total baff! Und schockiert. Sowas kenne ich überhaupt nicht, hier aus Deutschland.
    Ich weiß wirklich nicht, was ich dazu schreiben kann. Das verschlägt einem die Sprache!! Gerade für Jacob wird das irgendwann mal, wenn er größer ist und mehr "versteht" ein echter Schock sein.
    Releigionen als Beleidigungen auszulegen ist ganz unterstes Niveau. Wo leben wir? Ich habe gedacht, dieses Denken ist mittlerweile aus (fast) allen Köpfen verschwunden..

    Toll, wie du reagiert hast. Ich muss aber ehrlich gestehen, hätte ich dabei gesessen als dritte Person hätte ich spätestens beim zweiten dummen Spruch eingegriffen und an der alten Dame mal meinen ganzen Dampf abgelassen.

  3. mein gott, das ist ja wirklich krass 🙁 traurig, dass anscheinend immernoch vorurteile und unterschwelliger, nach außen oft unscheinbar wirkender antisemitismus in den köpfen vieler menschen vorhanden ist. vor allem bei der älteren generation. man sollte es heutzutage eigentlich besser wissen … danke fürs teilen. ich finde es gut, wenn ich auf blogs auch mal etwas zu ernsthaften themen lese. dann erkennt man, dass andere auch nicht mit tunnelblick durch die gegend laufen … liebe grüße

  4. Dieser Eintrag hat mich nun richtig schockiert! Ich hätte nicht gedacht, dass so etwas heute noch möglich ist. Ich hätte der Dame wahrscheinlich ganz schön meine Meinung gesagt.

    PS: Ich finde den Namen Jacob sehr schön!

  5. ich bin echt paff.
    Auch wenn es sich jetzt schlimm anhört. Bei alten Leuten wird sich diese Ansichtsweise ja früher oder später von alleine lösen. 😉 Hoffentlich geben sie ihr "Wissen" nicht weiter.
    Ich hoffe dir geht es jetzt nach dem Blogeintrag besser, auch wenn er die Ursachen sicher nicht erreichen wird.

  6. ich bin selbst zweifache mutter, bin seit jahren tagtäglich mit kleinkind im kinderwagen und einem an der hand in den wiener öffis unterwegs.. man sollte meinen, ich könnte deine eindrücke teilen – kann ich aber nicht.
    ganz im gegenteil, uns wird mit irsinniger freundlichkeit und hilfbereitschaft begegnet, mir wird (von älteren mitbürgern – die jungen scheinen unfähig zu sein) mit dem kinderwagen geholfen, meine 3 1/2-jährige tochter wird notfalls mal an der hand genommen, um ihr das aussteigen zu erleichtern, sachen, die die kids runterschmeissen, werden uns aufgehoben, uns werden aufzüge gerufen, uns werden türen aufgehalten.
    obwohl ich zb. meine ältere "yvy" (yvonne) ruf, was nicht gerade auf ein österreichisches kind schliessen lässt, und den zorn mancher blauwähler auf sich ziehen könnte.
    da muss ich schon eine lanze brechen.

    sorry – für mich wirkt das aufgebauscht, konstruiert.
    wenn dir das denn tatsächlich so oft passiert – wie kannst du so gelassen reagieren? vor allem, wenn dein sohn angeblich so primitiv beleidigt wird? beschützerinstinkt? passiert mir das auch nur 1,2 mal, würde ich mir schon eine schöne schlagkräftige antwort parat legen, und nicht mit der fadenscheinigen ausrede "mein kind soll das nicht mitbekommen" automatisch in die opferrolle flüchten? unverständlich für mich.
    was vermittelt man da seinem kind?
    so a la gusenbauer "hände falten – goschen halten".. wäre jetzt nichts, was ich meinen kids mitgeben wollen würde. dafür scherrt sich die allgemeinheit zu wenig um den einzelnen.
    wie gesagt, ich zweifel sehr an den von dir dargestellten situationen..

  7. Ich hab jetzt wirklich überlegt ob ich dir antworten, soll, da ich ein bisschen fassungslos bin. Mir war bewusst, bei dem Artikel, dass es sicher auch Personen gibt die "nicht glauben können" das so etwas heute noch passiert. Ich würde dieses Thema nicht ansprechen, wenn es nicht so wäre. Es ist nicht so das sie mein Kind direkt beschimpfen sondern es dann leise mir ins Gesicht sagen oder sich wegdrehen und schimpfen. Mein Sohn bekommt davon meist nichts mit, zu ihm sind sie ja nett. Meist sehen sie dabei auch mich an. Und nur weil dir nichts passiert, heißt das nicht, dass dieses Problem existiert. Ich würde nie behaupten nur weil ich mit irgendetwas keine Erfahrung gemacht habe, dass dies nicht der Tatsache entspricht. Natürlich ist das ein Erlebnisbericht und stellt meine Sicht der Dinge da, wie es passiert ist. Ich wollt eigentlich darauf aufmerksam gemacht werden. Und ich flüchte nicht in die Opferrolle, ich will ihn damit nicht konfrontieren.

    Es sind sonst alle sehr nett zu uns, ich hatte noch nie Probleme wegen meines Alters oder anderweitig. Aber einfach zu behaupten, nur weil dir nie Missgunst entgegen gebracht wurde, oder Rassismus, dass dies nicht existiert ist einfach nicht fair.

    Und ja, ich will nicht das er das mitbekommt. Warum auch? Er ist drei, warum soll er seinen Charmen und seine Freundlichkeit durch ein paar schlechte Erlebnisse verlieren?

    Ich wünsche dir weiterhin das du nie beleidigt wirst, wirklich, denn so etwas wünsche ich niemanden.

    Und noch etwas, nur weil wir in derselben Stadt wohnen, heißt das nicht das wir an denselben Orten unterwegs sind. Wir sind jeden Tag in der inneren Stadt, ich bin jeden Tag mit Freundlichkeit, verschiedenen Kulturen aber auch diesem HASS konfrontiert, und nein ich will mit den alten Damen nicht streiten. Nein ich will mich nicht rechtfertigen, warum auch? Ich sehe keinen Sinn dahinter.

  8. ich hab den artikel fassungslos gelesen und mich nur gefragt wie man überhaupt auf die idee kommt jemanden aufgrund seines namens zu diskriminieren – von den anderen aussagen und ansichten mal ganz abgesehen. sowas ist nicht nur extrem schlimm, sondern auch total traurig und es tut mir von herzen leid, dass du dir nicht nur 1x, sondern sogar noch öfter sowas anhören musst. ich hoffe, sowas passiert euch nie wieder!

    und ich kann dich sehr gut verstehen wenn du sagst, du weißt nicht wie du drauf reagieren sollst bzw. du willst es auch nicht. es würde sich wahrscheinlich ohnehin nichts bringen, außer vllt eine auseinandersetzung und aus der hast du bzw. jake dann auch nichts 😉

  9. ich bin zutiefst betroffen von deinen erlebnissen, es ist beschämend welche untiefen sich bei menschen immer noch auftun. ich finde den namen jacob sehr schön. ich bin selber seit kurzem mutter und wir haben überlegt einen "jüdischen" namen für unser mädchen zu wählen einfach weil es da sehr schöne gibt. ich wäre im traum nicht auf die idee gekommen das man damit bei einigen offensichtlich sehr kranken menschen noch kränkere aussagen provoziert. was ich jedoch leider bereits feststellen durfte ist das wien sehr kinderfeindlich sein kann. wenn man mit dem wagen unterwegs ist muss man sich dafür ja fast schon entschuldigen mit den öffis mitzufahren. auch meinen freundinnen geht es ähnlich. Das ist sehr sehr schade und mir unverständlich. ich hofffe und wünsche mir sehr das sich das in der zukunft bessert und dir wünsche ich von ganzem herzen das dir und deinem kleinen solche dummen menschen nicht mehr über den weg laufen werden. glg

  10. also ich habe kein verständnis für leute, die andere menschen so behandeln. der krieg ist seit über 50 jahren vorbei (gottseidank) und antisemitische denkweise sollte ebenso der vergangenheit angehören, wie unreflektierte aussagen über menschen, die man nicht kennt und nur in der ubahn sieht.
    ich finde es richtig, dass du auf deinem blog darüber schreibst und so deine gedanken virtuell zu papier bringst. das zeigt vielleicht anderen menschen, die ebenfalls in wien leben, dass unsere schöne bundeshauptstadt nicht nur rosarot ist und dort nicht nur parfumpupsende einhörner herumrennen.
    es tut mir sehr leid was euch widerfahren ist, gerade als mutter muss das unheimlich schmerzen solche dinge zu hören. wie du darauf reagieren sollst, kann ich dir leider nicht sagen. ich habe selbst bevor ich geheiratet habe einen jüdischen nachnamen getragen (meine familie ist jüdischstämmig) und das hat leider auch manchmal probleme mit sich gebracht. meine reaktionen waren sehr unterschiedlich auf antisemitische anfeindungen, manchmal habe ich die personen nach ihrem arier-ausweis gefragt, ein anderes mal habe ich einfach geschwiegen weil ich mich auf dieser ebene nicht unterhalten wollte und an manchen tagen hat es dann gekracht. anständig. da war es mir auch egal, ob ich einer älteren dame gegenübersitze und man ältere menschen eig. ehren sollte.
    dein sohn ist ein sehr offener und (wie man lesen kann) liebenswerter junge. umso schlimmer ist es, wenn er mit solchen aussagen konfrontiert wird. hoffentlich trägt das nicht dazu bei, dass er sich zurückzieht und nicht mehr offen auf seine mitmenschen zugeht. es ist meiner meinung nach auch richtig, dass du ihm nicht die ohne zuhältst und/oder weggehst. der kleine mann muss lernen mit diesen dingen umzugehen, auch wenn es traurig ist, dass das notwendig ist.
    gerade in wien bzw. österreich, wo wir ein mischvolk par excellence sind, sollte sich keiner solche bemerkungen erlauben.
    wie gesagt es tut mir sehr leid, was euch passiert ist.

  11. Liebe Jen
    Ich bin grad a bissl sehr schockiert darüber was die wiederfahren ist.
    wobei jakob (jacob) in österreich letztes jahr auf platz 6 war bei den beliebtesten vornamen in österreich.
    ich weiss was es heisst schräg angeschaut zu werden.
    als ich vor 16 jahren svenja tabea getauft habe, hiess es auch so ein judennamen (tabea) kann man doch nicht taufen.
    und svenja schon gar ned -.-
    dein j ist sowas von putzig und schade war der kleine krank als wir uns letztes jahr getroffen haben.
    fühl dich gedrückt meine liebe

  12. Liebe Jen,… ich finds schimm, dass sich manche Menschen nicht benehmen können vor allem vor Kindern – und nur wegen einen Namen… ich kann ebenfalls aus Erfahrung sprechen… mein Familienname stammt durch meinen Opa aus dem tschechischen (Sudeten Land) und ich wurde als Kind (auch meine Familie) bzw. auch später damit aufgezogen… (bin im ländlichen raum an der Grenze zu tschechien aufgewachsen)… Abfällige Bemerkung etc. alles inklusive… da es ja nicht österreichisch klingt… naja mittlerweile lebe ich in Wien und kann von meiner Arbeit (bin Krankenschwester) erzählen, dass wir mal eine jüdische Patient hatten… und die hat mich (hab blonde Haare) herablassend behandelt (und ich meine wirklich…).. während meine anderen Arbeitskolleginnen sehr freundlich behandelt wurden (dunkle Haare bzw. philipinscher Herkunft) ich denke viele Leute haben Vorurteile aufgebaut oder wurden so erzogen… und schlimm finde ich es dass man andere Leute immer seine Meinung kundgeben muss… bzw. dass die Leute noch immer solche Einstellungen haben und daran auch nichts ändern wollen… schade ist auch dass sie nicht mal merken was für einen sch… sie von sich geben… aber so merkt man wenigsten den Charakter dieser Leute kennen…
    ich kann dir nur eins sagen man wird stärker mit der Zeit und lässt solche Dinge einfach abprallen..

  13. Teil 2
    Der Lacher ist ja sowieso, dass ich als Kind nie getauft wurde (bin mittlerweile evangelisch getauft, wobei ich mich eher als spirituellen statt religiösen Mensch bezeichnen würde), damit ich allen Religionen oder Philosophien gegenüber offen sein kann. Bin ich auch, soll jeder Glauben was er will, solange er keinem anderen Lebewesen schadet.
    Der Knaller war, als mir und meiner Kollegen (ganz andere Abteilung und die kannte unsere Namen da aber nicht, hatte also gar nichts mit uns zu tun) einfach mal so einen Vortrag gehalten hat, wie toll es doch bei Adolf war und was der nicht für schöne Autobahnen gebaut hat,klar, ein paar Opfer hätte es gegeben und das war auch nicht gut, aber die Vorteile überwiegen…. Der ganze Monolog wurde übrigens geführt während sie auf dem Toilettenstuhl saß und ihr Geschäft verrichtetet. Das war mit das skurrilste was ich je erlebt habe, wir haben natürlich beide dann ihr deutlich unsere Meinung gesagt, aber sie hat dann immer wieder von den tollen Autobahnen und Arbeit für alle angefangen. Nettes Detail: Ich habe dann in der Akte mal das Geburtsdatum nachgeschaut: Ende der 30er. Ahja, die Autobahnen. Das gabs (meiner Logik nach)also auch den Kinderführerschein, wenn sie ja solch einen Gewinn dadurch hatte. Aber das zeigt, was eigentlich bei der Generation stellenweise in den Köpfen schlummert.

    Ich finde deine Situation doppelt schlimm, weil dein Sohn es mitbekommt (wahrscheinlich kann er es jetzt noch nicht richtig verstehen, spürt aber deutlich, dass da negative Stimmung ist), Du alleine kannst dich wehren, aber dein Sohn kann ja die ganze Tragweite nicht erfassen. Ich finde es auch unter aller Sau (gar kein Ausdruck), wenn sowas dann vor einem Kind von diesen Damen angesprochen wird. Geht's noch????? Wenn sie dich alleine anlabern würden, wäre es schon unfassbar, aber noch nicht mal Respekt vor einem Kind????? Da wundert mich nichts mehr.
    Wie geht man damit um? Namen ändern ist für mich keine Option, dadurch hat das Pack ja gewonnen, wobei es ihn natürlich schützen kann. Das ist so einen schwierige Sache. Ich muss gerade die ganze Zeit an das Lied "A boy named Sue" von Johnny Cash denken.
    Jacob, das ist doch ein schöner Name. Ich fass es nicht!!!!
    Und es tut mir für Euch außerordentlich leid.
    Viele liebe Grüße an Dich und an Jacob, von Herzen

  14. Hi 🙂
    Ich bin durch eine Verlinkung auf Twitter auf diesen Post gekommen.Ich kannte deinen Blog vorher nicht und lese auch so gut wie keine Beauty-Blogs, aber hier muss ich kommentieren und auch von eigenen Erfahrungen berichten auch im Bezug auf meinen Vornamen. Wird etwas länger, aber ich möchte das gerne mit Dir teilen.
    Was geht denn da?
    Ich lebe in Nordwest-Deutschland, habe also keine sonderliche Nähe zu Österreich, war aber schon 2 Mal, je für eine Woche, in Wien und habe die Stadt als sehr weltoffen und international empfunden, was natürlich nur die Sichte einer Urlauberin ist!
    Ich bin (ganz ehrlich) schockiert und fasse es nicht! Sind das denn "nur" alte Menschen, also, welche, die den Krieg noch erlebt haben oder ist in Wien der Antisemitismus generell sehr verbreitet?
    Jacob war für mich auch kein Name, den ich mit Judentum in Verbindung gebracht hätte, ist für mich ein ganz normaler Name, wie "Jan" oder "Josef". Ich muss gerade denken: Die alten Schrappnellen haben aber bestimmt alle 10 Päckchen Jacobs Krönung im Küchenschrank.
    Also das geht mal gar nicht:
    Ich habe selbst auch schon miese "ausländerfeindliche" und antisemitische Erfahrungen gemacht:
    Ich komme ursprünglich aus Süddeutschland, aus dem deutsch-französichen Grenzgebiet, mein Vater ist in Frankreich geboren und ich heiße mit Vornamen Myriam. Der Name war in Frankreich (in dieser Schreibweise) zeitweise sehr populär, wobei ich meinen Namen mag und auch die hebräische Version (ich bin keine Jüdin, wobei das ja letztlich egal ist, nur zum Verständnis).
    1. Ich bin mit 11 mit meiner Mama in einen Ort 500 km nördlich von meinem damaligen Zuhause gezogen, konnte kaum Hochdeutsch, bzw. schon, aber mit starkem Akzent. Selbst einige Lehrer haben mich deswegen im Unterricht ausgelacht, es kamen von Mitschülern (Gymnasium) sogar Aussagen wie: Ausländer! Verpiss dich, dich wollen wir hier nicht! Das hatte nichts mit meinem Vornamen, sondern jeglich mit meiner anfänglichen "Sprachbarriere" zu tun. Später habe ich das reinste Hochdeutsch draufgehabt, nur bei ch und sch und b & p hat es sich manchmal verheddert,aber selbst das hat immer noch zu Anfeindungen geführt. Und das bei einem innerdeutschen Umzug. WTF?!

    2. Ich habe mir über meinen Vornamen nie groß Gedanken gemacht, nur darüber, dass man ihn wegen dem Y oft buchstabieren muss, aber mehr auch nicht. In meiner Heimatgrundschule hießen auch noch mehrer Mädels so, das ist in dem Gebiet damals ein beliebter Mädchenname gewesen, wie heute Leonie oder Lea.
    Mittlerweile bin ich Krankenschwester und da war das auch noch ok, bis auch Nachfragen, ach man schreibt das mit Y, woher kommt der Name, ah Frankreich, aber ursprünglich hebräisch, interessant, blablablabla, schönes Wetter, wie gehts. Also No Problem.
    Dann habe ich vor einigen Jahren in einer Fachabteilung für Geriatrie angefangen, als alles Patienten ab 60. Und jetzt geht's los.
    Das selbst Spiel: Interessanter Name, woher? Frankreich, aber eigentlich ein hebräischer Name blablabla, (ich am arbeiten auf dem Zimmer, will schon weitergehen) Sie sind doch nicht etwas Jüdin?! Vernichtender Blick von mir: Nein, bin ich nicht, wieso (stell mich einfach mal dumm)? Dann natürlich nur stammeln und nix mehr.
    Ist ganz oft passiert, aber eben auch nur bei ich sag eher mal 70plus.

  15. Duldung ist Akzeptanz! Weil ein von dir, liebe Jen, beschriebenes Fehlverhalten aber absolut inakzeptabel ist, kann ich nur jeden bitten, der soetwas beobachtet, entsprechende Zivilcourage aufzubringen und eine Anhaltung vorzunehmen und diese (strafbare) Verhalten zur Anzeige zu bringen (oder damit zu drohen). Wichtig sind v.a. die Personalia des Täters/der Täterin und Zeugen. Stichworte im VerbotsG von 1947 sind öffentlich, gutheißen und verharmlosen. Ich weiß, das ist vielleicht etwas viel verlangt, und nicht in jeder Situation möglich. Aber wer weiß, möglicherweise gibt es ja einen Lerneffekt. Hier die Rechtsgrundlagen, die ich (als Laie) kenne:
    § 80. StPO
    (1) Wer von der Begehung einer strafbaren Handlung Kenntnis erlangt, ist zur Anzeige an Kriminalpolizei oder Staatsanwaltschaft berechtigt.
    (2) Wer auf Grund bestimmter Tatsachen annehmen kann, dass eine Person eine strafbare Handlung ausführe, unmittelbar zuvor ausgeführt habe oder dass wegen der Begehung einer strafbaren Handlung nach ihr gefahndet werde, ist berechtigt, diese Person auf verhältnismäßige Weise anzuhalten, jedoch zur unverzüglichen Anzeige an das nächst erreichbare Organ des öffentlichen Sicherheitsdienstes verpflichtet.

    Verbotsgesetz 1947 (wesentlich ergänzt 1992)
    § 3h. Ergänzung zu § 3g., bestraft wird, wer in einem Druckwerk, im Rundfunk oder in einem anderen Medium oder wer sonst öffentlich auf eine Weise, daß es vielen Menschen zugänglich wird, den nationalsozialistischen Völkermord oder andere nationalsozialistische Verbrechen gegen die Menschlichkeit leugnet, gröblich verharmlost, gutheißt oder zu rechtfertigen sucht.

  16. Die absolut beste und kompetenteste Antwort ! Ich gratuliere. Derartige beleidigende Handlungen & Worte sollte man ohne Ausnahme zur Anzeige bringen und diesen alten Nazis damit zeigen, wo der Hammer des Gesetzes hängt.

  17. Liebe Jen, ich rege mich unheimlich auf, wenn ich über solch schweres Unrecht, dass dir und deinem Kind widerfahren ist, lese. Aber dieses Problem ist mir nicht ganz unbekannt. Ich habe für meine erste Tochter vor 29 Jahren den wunderschönen Namen Rebecca ausgewählt. Ich selbst war noch 18 Jahre jung und war mir nicht bewusst, dass ein Nsme hebräischer Herkunft irgendwann einmal Probleme verursachen könnte. Probleme in der von dir beschriebenen Form. Auch hier in der Steiermark ist mir einmal ähnliches passiert. Rebecca war 4 Jahre jung und wir saßen in der Arztpraxis, als mich eine Frau mit ungefähr 70 Jahren sehr vorwurfsvoll ansprach: "sie wissen aber schon, dass ihre Tochter einen Judennamen trägt? " Ich war damals baff und habe nur mit einem fassungslosen " ja, und weiter…" reagiert. Jahre später, als ich wieder mal in einer ähnlichen Situation war, gereifter und mutiger, habe ich einen alten Mann wütend darüber aufgeklärt ob ihm denn bewusst sei, dass eine derartige Vorurteilsnahme eine antisemitische Haltung nicht nur zum Ausdruck bringt, sondern auch verboten ist. Ganz abgesehen von dem großen menschlichen Unrecht!
    Leider wirst du auch in unserer eigentlich so fortgeschrittenen Gegenwart immer wieder auf Menschen treffen, die entweder aus erlebten und geprägten Kriegszeiten, oder der falschen Erziehung oder aus purem Hass und Unwissen (was sie eigentlich damit anrichten) handeln. Es ist bitter genug, dass man sich noch heute über Antisemitismus und Rassismus an sich ärgern muss, aber hier ist es wirklich wichtig sich dagegen zu verwehren. In aller Sinne und besonders für die Kinder unserer Zeit.

    LG Petra 🙂

  18. Leider ist es so, dass die Altnaziweiber einfacher nicht von der Bildfläche verschwinden. Manchmal kommt es mir vor, dass dieser Antisemitismus und Rassismus insbesondere in Österreich gesellschaftlich akzeptiert wird und wer ned schon mindestens einen Rassistenwitz beim Stammtisch erzählt hat, wird als "fade Nock'n" deklariert. Jeder, der hoid ned so is, wia die ondan, hat schlichtweg schlechte Karten. Heißt man Jacob oder Murat, wird man sofort von der Gruppe isoliert.

    Ich bin zwar keine Jüdin, habe auch keine jüdische Herkunft und bin daher gebürtige Österreicherin. Mein Problem ist, ich bin behindert. Auch in der Situation wird und wurde ich häufig angegriffen. Als ich noch ein Kind war, wurde hinter vorgehaltener Hand die Vergasung meiner Person empfohlen, weil "Unterm Hitler häts des ned g'geb'n!" … Wie oft wurde meiner Mutter geraten, mich doch wegzugeben – bzw. sowas wie ich, dürfte sich nicht vermehren. Meine Mutter und ich haben uns eine dicke Haut wachsen lassen.

    Es gibt daher auf solche Angriffe keine richtige oder falsche Reaktion. ME ist es wichtig, Kindern weiter die Möglichkeit zu geben, dass es zwar einige Menschen gibt, die ein verschobenes Weltbild haben, aber es mehr Menschen gibt, die nicht so eingeschränkt und borniert denken.

    Ich finde den Namen Jacob übrigens wunderschön und er soll ihn mit Stolz tragen.

  19. Richtig.

    Nur, weil dir, liebe Alex, so etwas noch nie passiert ist, heißt es nicht, dass es existiert. Und Schlagfertigkeit ist das, was einem hinterher einfällt. In solchen Situationen weiß man einfach nicht, was man dazu sagen soll, vor allem als direkt angesprochene Person.

  20. Hallo! Ich finde das schrecklich was da passiert.
    Ich selbst bin gebürtige Wienerin, orthodoxe Jüdin und auchnoch mit israelischen Eltern. Ich wurde von meinen Eltern dazu erzogen meine Herkunft zu verbergen, um solchen Gemeinheiten nicht ausgesetzt zu werden. Als dennoch in meinem Leben Kleinigkeiten passierten, habe ich mich entschlossen meinem Herzen zu folgen, habe einen jüdischen Mann geheiratet, mein Leben wieder an den jüdischen Traditionen ausgerichtet und bin in den 2. Bezirk gezogen, weil ich mich da geschützt und nicht allein fühle.
    Obwohl mir solche Extremfälle nicht oft passiert sind, habe ich immer und immernoch gespürt wie das Verhältnis der Menschen mir gegenüber sich verändert, wenn sie hören, dass ich jüdisch bin oder israelische Eltern habe (weil heute im Prinzip der Hass gegen Israel für heutigen Antisemitismus oft vorgestellt wird bzw. Ein Jude automatisch Israeli ist und umgekehrt).
    Das ist der Grund warum ich mich als echte Wienerin nie als Österreicherin gefühlt habe und mich sogar schäme zu sagen ich bin von hier. Egal was ich bin oder was ich wäre, akzeptiert wird man hier nur wenn man dem Durchschnitt entspricht und das tue ich nicht. Natürlich ist es nicht überall so, aber leider die Mehrheit oder zumindest eine sehr starke Minderheit.
    Es tut mir Leid, dass dein Sohn und du solchen Schrecklichkeiten ausgesetzt seid und bin sehr dankbar, dass es Menschen wie du gibt, die öffentlich mal über eine andere Seite sprechen, von der naive Menschen glauben diese wäre vor 70 Jahren ausgestorben.

  21. "Ich bin zwar keine Jüdin, habe auch keine jüdische Herkunft und bin daher gebürtige Österreicherin"

    Man kann auch Jüdin und gebürtige Österreicherin sein. 😉 (Oder war das nur missverständlich formuliert?)
    Deine Geschichte finde ich genauso erschreckend wie den Artikel von Goldmarie.

  22. Hallo! Ich finde das schrecklich was da passiert.
    Ich selbst bin gebürtige Wienerin, orthodoxe Jüdin und auchnoch mit israelischen Eltern. Ich wurde von meinen Eltern dazu erzogen meine Herkunft zu verbergen, um solchen Gemeinheiten nicht ausgesetzt zu werden. Als dennoch in meinem Leben Kleinigkeiten passierten, habe ich mich entschlossen meinem Herzen zu folgen, habe einen jüdischen Mann geheiratet, mein Leben wieder an den jüdischen Traditionen ausgerichtet und bin in den 2. Bezirk gezogen, weil ich mich da geschützt und nicht allein fühle.
    Obwohl mir solche Extremfälle nicht oft passiert sind, habe ich immer und immernoch gespürt wie das Verhältnis der Menschen mir gegenüber sich verändert, wenn sie hören, dass ich jüdisch bin oder israelische Eltern habe (weil heute im Prinzip der Hass gegen Israel für heutigen Antisemitismus oft vorgestellt wird bzw. Ein Jude automatisch Israeli ist und umgekehrt).
    Das ist der Grund warum ich mich als echte Wienerin nie als Österreicherin gefühlt habe und mich sogar schäme zu sagen ich bin von hier. Egal was ich bin oder was ich wäre, akzeptiert wird man hier nur wenn man dem Durchschnitt entspricht und das tue ich nicht. Natürlich ist es nicht überall so, aber leider die Mehrheit oder zumindest eine sehr starke Minderheit.
    Es tut mir Leid, dass dein Sohn und du solchen Schrecklichkeiten ausgesetzt seid und bin sehr dankbar, dass es Menschen wie du gibt, die öffentlich mal über eine andere Seite sprechen, von der naive Menschen glauben diese wäre vor 70 Jahren ausgestorben.

  23. Leider ist es so, dass die Altnaziweiber einfacher nicht von der Bildfläche verschwinden. Manchmal kommt es mir vor, dass dieser Antisemitismus und Rassismus insbesondere in Österreich gesellschaftlich akzeptiert wird und wer ned schon mindestens einen Rassistenwitz beim Stammtisch erzählt hat, wird als "fade Nock'n" deklariert. Jeder, der hoid ned so is, wia die ondan, hat schlichtweg schlechte Karten. Heißt man Jacob oder Murat, wird man sofort von der Gruppe isoliert.

    Ich bin zwar keine Jüdin, habe auch keine jüdische Herkunft und bin daher gebürtige Österreicherin. Mein Problem ist, ich bin behindert. Auch in der Situation wird und wurde ich häufig angegriffen. Als ich noch ein Kind war, wurde hinter vorgehaltener Hand die Vergasung meiner Person empfohlen, weil "Unterm Hitler häts des ned g'geb'n!" … Wie oft wurde meiner Mutter geraten, mich doch wegzugeben – bzw. sowas wie ich, dürfte sich nicht vermehren. Meine Mutter und ich haben uns eine dicke Haut wachsen lassen.

    Es gibt daher auf solche Angriffe keine richtige oder falsche Reaktion. ME ist es wichtig, Kindern weiter die Möglichkeit zu geben, dass es zwar einige Menschen gibt, die ein verschobenes Weltbild haben, aber es mehr Menschen gibt, die nicht so eingeschränkt und borniert denken.

    Ich finde den Namen Jacob übrigens wunderschön und er soll ihn mit Stolz tragen.

  24. ich bin paff.
    Zur heutigen Zeit, über einen Namen auf die Zugehörigkeit zu einer Gruppe zu spekulieren ist echt weit hergeholt.
    Ich hoffe es geht dir nach deinem Blogeintrag besser, auch wenn er die Ursache nicht erreichen wird.
    Aber bei den alten Leuten, die solche Meldungen schieben, löst sich das Problem vom selbst. 😉

  25. Eigentlich wollte ich ja heute keine Blogs lesen. Eigentlich.
    Denn durch den Blog von der lieben Petra landete ich hier und kam zu dem Post und muss sagen "WHAT THE FUCK?!"

    Ich finde es eine einfache Frechheit, dass so etwas heute noch passier.t Aber leider ist dem so. Und solche Aussagen kommen nicht nur von älteren Damen.

    Letztens musste ich mir von meinem Schwager anhören, wieso denn meine Familie so hinter den Juden steht, immerhin wären die ja alle korrupt. Meine Schwester, mein Bruder und ich sind ihn böse angefallen. Antisemitismus ist keine Meinung und Punkt. Auch Vorurteile zählen dazu.

    Meine beste Freundin hatte letztens ein paar unnötige Kommentare in Richtugn Juden geschoben. Ich konnte mir das nichtmehr anhören und habe ihr dann direkt gesagt, dass dies Antisemititmus ist und sie gefälligst die Klappe halten soll.

    In Kärnten hae ich schon ein paar mal erlebt, dass man komisch angeschaut wird wenn man öffentlich slowenisch redet (bin ja Kärntner Slowenin).
    Und schon einige Male hörten ich bzw. meine Freunde in unsere Richtung "Dass es Schade ist, dass der Adi usn nicht auch deportiert hat…"

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