Baby, Familie, Kolumne, Persönlich

Ein Schnitt ins Leben

Kind Nummer 3 bereichert seit nunmehr fast vier Monaten unser Leben und es ist fast so, als wären da schon immer drei Kinder gewesen. Zeit wird es also euch ein bisschen was über die Geburt zu erzählen, da ihr ja alle über die Schwangerschaft so treue Begleiter wart (allen voran über Instagram) möchte ich euch daran teilhaben lassen. Meine liebsten Beiträge zur Schwangerschaft sind seit jeher die Geburtsberichte. Jede Geburt ist anders und sie spiegeln so viel Kraft, positive Energie aber auch Hoffnung wider, was ich toll finde. Deswegen möchte ich euch unseren nicht vorenthalten.

Ein geplanter Schritt, ein kleiner Schnitt

Baby Nummer 3 kam als einziges unserer Kinder via geplanten Kaiserschnitt zur Welt. Die beiden großen Kiddies sind spontan und ganz natürlich, ziemlich flott und unerwartet zu uns gestoßen. Der Winzling (wie wir ihn liebevoll nennen) hatte sich aber ein anderes Szenario überlegt und zweck etwaiger (nicht schwerwiegender, aber eine natürliche Geburt risikoreich gestaltender) Komplikationen wurde seine Geburt dieses Mal getimed. Mir war es wichtig, hier auf mein Bauchgefühl und meine Ärzte zu hören und ich habe mich am Ende ganz klar für den Kaiserschnitt, der medizinisch empfohlen wurde, entschieden.

Allen voran da ich vor einem Notkaiserschnitt extrem viel Angst und großen Respekt habe und da ich diese „wir könnens ja mal probieren, im Notfall wird’s halt ein KS“ Mentalität nicht mag.

Wenn die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, dass es natürlich klappt, dann wähle ich lieber die sicherere Variante in diesem Szenario und plane die Geburt, als mein Leben und das Leben des Kindes in Gefahr zu bringen. Ich habe hier einen wirklichen Engel von Ärztin kennengelernt, der ich auf EWIG dankbar bin für diese Geburt, aber dazu später mehr.

Gegen Ende der Schwangerschaft hat sich der Schritt zum geplanten Kaiserschnitt als die aller beste Entscheidung für mich herausgestellt, da ich sehr stark mit Varizen zu kämpfen hatte und die letzten drei Wochen vor der Geburt an Schmerzen im Intimbereich fast zu Grunde ging. Ich wusste bis dahin nicht mal, dass dort Varizen auftreten können geschweige denn dass sie Schmerzen können.  

Das Datum – ein geteilter Geburtstag

So, nun die Wahl der Geburtsart war getroffen, nun musste noch ein „passendes“ Datum her. Wünsche hatten wir keine (ok, ich wollte unbedingt einen geraden Tag, aber ja), wir wollten nur wenn möglich nicht den 30.09.2018, da da schon der große Bruder Geburtstag feiert und zumindest den sollte er nicht teilen müssen. Das Schicksal hat uns dann den 24.09.2018 als Geburtstag beschert, den sich der kleine Bub nun mit seiner großen Cousine als Geburtstag teilt (worauf sie mächtig stolz ist). Im September ein Datum zu finden welches noch nicht besetzt ist, ist bei uns ja eigentlich ziemlich schwer, hat gefühlt jeden zweiten Tag eine Person Geburtstag. Anscheinend waren da viele Leute in den letzten Jahrzehnten um Weihnachten und Silvester sehr umtriebig. 

Die Wahl des Spitals war auch schnell getroffen, die Döblinger Privatklinik wurde mir wärmstens empfohlen und die Aussicht auf ein „Einzelzimmer mit Hotelflair“ schien besser als die eines Sechsbettzimmers im Spital ums Eck (wo ich aus Erfahrung never ever ein Sonderklasse Zimmer bekomme, weil die immer besetzt sind). Ich bin leider ein ziemlicher Schisser wenns ums Spital geht und würde jedes Mal wenn ich eines betrete sofort wieder umdrehen. Der Geruch, die Panik dass ich es nicht mehr verlasse, ich mag sie nicht. Die Döblinger Privatklinik war also für jemanden wie mich die perfekte Wahl. Ich habe mich noch nie so gut aufgehoben gefühlt. Privatsphäre wird dort wirklich groß geschrieben. Es hat alles ein Flair von Hotel oder einer Erholungsklinik, was für Personen wie mich, die im Spital zu Panikattacken leiden, ideal ist. 


Tag X – der schönste Montag ever

Als der Termin und das Spital nun fixiert waren, mussten wir nur noch auf Tag X warten. Vorbereitungen haben wir nicht wirklich getroffen. Gut, die Kinder an die Verwandten verteilt, die Putzfrau koordiniert und einen Koffer mit unendlich viel (zu großer) Kleidung gepackt. Das wars.

Unser Kaiserschnitttermin war für 13.00 Uhr angesetzt, was bedeutete das wir ca. um 10.00 Uhr im Spital eintrudeln sollten. Vorab wurden die Kiddies noch in die Schule bzw. zur Tante gebracht, ich habe meine „Henkersmahlzeit“ verspeist, ein Laugenstangerl mit Käse überbacken und der Mann hat sich vor lauter Stress beim Burger King noch sein Einser-Menü gegönnt, man weiß ja nie wie lang so ein Tag werden kann.

Auto also in die Parkgarage gestellt und dann ziemlich aufgeregt zur Anmeldung, die schon das erste positive Erlebnis war – denn noch NIE war jemand so nett. Aber wie der Papa immer sagt „wer zahlt, schafft an“ und da merkt man wirklich einen Unterschied. Nachdem im 4. Stock noch kein Einzelzimmer fertig war, wurde ich zum CTG und zur Vorbereitung in ein anderes Zimmer geführt, welches auch über ein privates Bad verfügte und so zur Vorbereitung auf die Geburt wirklich für die ideale Privatsphäre sorgte. Ich konnte den Regen über den Dächern Wien beobachten, zwischendurch blitze die Sonne immer wieder hervor. Es erinnerte mich alles ein bisschen an unsere erste Geburt vor 8 Jahren, damals hat es auch geregnet und wir haben im Kreißsaal, mitten in der Nacht, die Fenster geöffnet. Das CTG machte die letzten Aufzeichnungen und währenddessen habe ich mit meinem Mann darüber philosophiert wie groß Nummer 3 denn werden würde.

Die Zeit verging so unglaublich schnell und nach einem kurzen „Interview“ mit meiner super lieben Hebamme zog ich mich auch schon um, wurde rasiert, duschte noch schnell und bekam die „sexy“ Thrombosestrümpfe welche ich für die OP tragen sollte und einen Zugang für die Medikationen. Meine liebe Ärztin und Anästhesistin kamen noch auf ein Gespräch vorbei, sprachen mir Mut zu, nahmen mir letzte Ängste (allen voran da vor das alles schnell gehen wird und ich sie Medikamente gegen Übelkeit bereit hält), streichelten mir liebevoll über die Hände und dann ging es auch schon hinunter in den OP. Ich fand das ganze irrsinnig bizarr, dass ich im Bett hinunter zum OP gebracht wurde, hätte ich den Weg doch auch selbst laufen können – aber immerhin war das Bett (zu dem Zeitpunkt noch) super bequem und ich konnte mit meinem Mann und dem Pfleger blödeln. Mein Mann war so aufgeregt, was mich quasi dazu veranlasste den Ruhepol zu spielen. Unten im OP-Vorbereich angelangt wurde mein Mann dann in die Umkleide gelotst, denn auch er musste OP bereit gemacht werden und ich wurde auf das witzige Menschenlaufband gelegt – ein Art Rolltreppe die Patienten vom Bett auf das OP Tablett schiebt. Schwupsidiwups waren wir auch schon im OP und es ging auch schon los!

Vor dem Kreuzstich hatte ich sehr viel Panik und auch riesigen Respekt, es ging aber so flott und war wirklich nur ein kurzer Druck im Rücken, wie mittlere Kreuzschmerzen. Im OP war es so kalt, aber sehr hell und ich war über glücklich dass die Spinalanästhesie so schnell wirkte, weil mir dadurch super warm wurde und ich mich entspannen konnte. Währenddessen stellten sich alle Personen im OP bei mir vor, was ich sehr sehr lieb fand. Generell war die Stimmung so gut und alle waren in freudiger Erwartung auf Baby Vincent, was meine Stimmung wirklich anhob und mich auch etwas beruhigte. Schon war auch schon der Vorhang über mich gelegt, der Katheter wurde gesetzt (was ich kaum wahrnahm), und  ich „spürte“ nur das jemand unten ruckelt, ich dachte eigentlich dass ich gerade mit irgendetwas eingeschmiert werde oder so und bekam etwas Panik weil das Tuch das zusätzlich noch als Schutz platziert wurde so komisch roch – deswegen wurde mir auch über eine Maske die mein Mann hielt dann etwas Sauerstoff verabreicht. Dieses „rütteln“, das ich als Vorbereitung vermerkt habe, war aber schon der Kaiserschnitt und nach 12 Minuten, die mir eher wie 2 vor kamen, war Vincent da. Und er war perfekt, so süß, ein Kopf VOLLER Haare und schon am quieken. Er wurde mir gezeigt, ich gab ihm ein Bussi und er wurde kurz im Nebenzimmer untersucht und etwas gereinigt, bevor sie ihn mir nochmal kurz brachten für ein bisschen Bonding. Dann wanderte er mit meinem Mann nach oben zum ersten Bad, Wiegen und Messen während ich zugenäht wurde. Alles in allem war ich um 13.29 Uhr fertig und schon am Weg in den Aufwachraum. 29 Minuten vom ersten Schnitt bis zum vernähen. Und es kam mir noch viel kürzer vor! Sobald Vincent da war und ich ihn sah verspürte ich so eine innere Ruhe und war vollends glücklich, ich hätte noch stundenlang im OP liegen können. Das Personal war so so freundlich und die Stimmung war auch am Weg in den Aufwachraum wieder super. Auch dort vor Ort waren die Schwestern wieder wahre Engel, ich bekam ein Plätzchen beim Fenster, es wurde ein extra Sichtschutz aufgestellt und wurde gefragt ob mein Mann denn schon kommen dürfte oder ich Ruhe haben möchte. Nachdem es mir super ging und ich unbedingt meinen Mann und klein Vincent umarmen wollte, lies ich sie holen.

Als mein Mann endlich da war, verkündete er mir stolz die Eckdaten des neuen Familienmitgliedes 3.600 Gramm, 36cm Kopfumfang und 50 cm Körpergröße – Vincent ist also der Zwerg unter unseren Kindern. 

Schmerzfrei und Hungrig

Der Aufwachraum war unser „zu Hause“ für die ersten paar Stunden, denn bis ich meine Beine wieder ansatzweise spürte dauerte es etwas. Es war übrigens ein sehr lustiges „Gefühl“ diese nicht zu spüren, generell war ich wie auf Watte gebettet und etwas high nach der Geburt. Ich hatte ich am ersten Tag keine Schmerzen, was aber auch daran lag das mir von meiner Ärztin und meiner Anästhesistin nahe gelegt wurde sobald ich mich spüre mir schon die erste Dosis verabreichen sollte.

„Man braucht nach der Geburt kein Held sein und Schmerzen haben, ohne ist man viel schneller mobil und die Pulver schaden dem Baby nicht“ war die Devise, und so war der Schmerztropf mein bester Freund. 

Im Aufwachraum bekam ich mehrere Infusionen, einen Sandsack für die Narbe und auch das Stillen wurde schon mal geübt. Der kleine Zwerg war irrsinnig brav was das erste Anlegen anging und so nuckelte er fröhlich vor sich hin, während mein Mann und ich es nicht fassen konnten das wir nun Eltern von drei Kindern sind. Die Schwestern waren irrsinnig gut gelaunt und haben mich wirklich super versorgt, von einer Wärmedecke gegen meines Schüttelfrostes bis hin zur Beantwortung jeder noch so dummen Frage meinerseits, sie waren da und immer super lieb. 

Wie es mir dann die ersten Tage im Spital erging, wie die Familie darauf reagierte und welche Schwierigkeiten wir anfangs hatten erfahrt ihr dann kommenden Sonntag in Teil 2 des Geburtsberichtes! 


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