Kolumne, Reisen

Venice and the kids

Kinder die lachend durch Venedig tanzen? Pizza und Eis ohne Ende? Klingt doch super, oder?

Venedig ist nicht nur was für verliebte Pärchen, oder alte Ehepaare, nein auch für die Kleinen ist Venedig ganz schön aufregend und cool. Ein realistischer Überblick unseres Tags inklusive Tipps gibts heute 🙂

Venedig war auch schon letztes Jahr ein Teil unseres Sommerurlaubes, als kurzer Zwischenstopp für einen Abend bevor es entweder weiter in den Süden geht oder doch wieder zurück Richtung Trieste. Letztes Jahr ging es dann, weil wir so erschöpft waren nach Jesolo, dieses Jahr weiter runter in den Süden. Nachdem unser Besuch letztes Jahr sehr kurz und vor allem sehr dunkel war (kamen erst kurz vor Sonnenuntergang an), haben wir uns für dieses Jahr vorgenommen zumindesten einen Nachmittag in Venedig zu verbringen. Gondel fahren, Eis essen, Pizza ohne Ende und spazieren, wirkt doch vielversprechend, oder?

Beginnend, wir haben wie auch letztes Jahr nicht direkt in der Altstadt von Venedig geschlafen, da dies mit Auto und Gepäck einfach zu viel Action wäre, sondern in Venedig Mestre. Nachdem wir dieses Jahr unbedingt ein Hotel mit Pool wollten, um zumindest die Stunden bevor es nach Venedig ging am Wasser zu genießen, fiel unsere Wahl auf das Novotel Venedig Mestre, dass für so einen Zwischenaufenthalt ideal ist. Kids sind unter 16 gratis und das Frühstück ist echt gut. Das Hotel ist sauber (in Italien ja nicht immer so der Standard), der Pool etwas frisch und es gibt einen kleinen Spielplatz sowie eine Kinderecke mit Konsole. Aja und man parkt gratis und in 10 Minuten erreicht man den Bus nach Venedig, der ca. 15 Minuten bis in die Altstadt braucht und direkt am Busbahnhof stehen bleibt. Für uns also ideal, da wir mit Auto unterwegs sind und nicht unser ganzes Gepäck von A nach B schleppen wollten.

Bevor es nach Venedig ging genossen wir noch ein paar Stunden am Pool inklusive Eis für die Kids und superguten Tramezzinis für mich – danach schnell (haha eine Stunde muss man für vier Personen schon einplanen) alle duschen, rein in die Kleidung und ab zum Bus nach Venedig. Die Bustickets kann man vorab im Hotel kaufen, Kostenpunkt hin und retour sind 3 Euro pro Person (wir haben letztes Jahr neben dem Bahnhof Venedig Mestre gewohnt, die Bahntickets kosten pro Route 1,30 Euro und sind so ein bissi billiger), Em war gratis weil „Bambini“. Der Bus fährt alle 10 Minuten und war Gott sei Dank noch nicht so überfüllt wie zwei Stationen später, Wien ist zur Rush Hour trotzdem schlimmer deswegen alles gut und die Aussicht ist hier zumindest netter.

In Venedig angekommen waren da wieder dass was ich erfolgreich verdrängt hatte, die gefühlt 23053043 Brücken und Stufen die sich durch die ganze Stadt ziehen. Letztes Jahr hatten wir den Stokke Xplory (=Selbstmord in Venedig) mit, dieses Jahr nur noch den MacLaren Buggy und es war trotz allem mega anstregend. Ich habe zwar kurz überlegt auf den Kinderwagen zu verzichten für diesen Ausflug, aber dann hätten wir die 340403 Wasserflaschen, Windeln, Feuchttücher, Kamera usw. die ganze Zeit tragen müssen und das klang noch weniger nach einer Option, vor allem weil wir in den paar Stunden sicher gut 4 Liter Wasser getrunken haben. Also ziehen wir das durch, der Mann schleppt den Wagen, ich schau das Em zumindest halbwegs heil ankommt ohne ins Wasser zu stürzen, was bei ihr gar nicht so einfach ist, da sie sich jedes Mal wie ein Kind zu Weihnachten gefreut hat, wenn sie Wasser erblickt hat und ihr könnt es schon erahnen, davon gibt es in Venedig zu hauf!

Ziel war zu allererst das Restaurant in dem wir auch schon letztes Jahr gegessen hatten, Pedrocchi. Wir wollten jetzt nicht experimintieren (gut so, das experiment am nächsten Tag hat dem Mann und mir eine Magendarmgrippe aus der Hölle beschafft, aber das hat Zeit für die nächste Geschichte) und wollten altbewährtes besuchen. Gegessen haben wir eine Pizza mit Proscuitto, Nudeln mit Ragout und eine Pizza Funghi. Alles wirklich extrem gut, wobei die Nudeln mit Ragout nur Em’s Fall waren, obwohl sie J‘ ausgewählt hatte, daher generell in Italien eher zur Pizza als zur Pasta greifen, wenn die Kids die von zuhause so „gewöhnt“ sind. Ich fand die Nudeln super und hab sie mir dann, mit meiner Pizza gemeinsam mit den Kindern geteilt. Die beiden lieben Proscuitto über alles und haben sicher zusammen 1kg davon in der letzten Woche konsumiert.

Venedig ist wie eine kleine Zeitreise in eine andere Welt, nachdem hier, nicht wie in anderen Städten, ein Mix aus Alt und Neu herrscht sondern einfach alles alt ist. Das merkt man vor allem am Boden, den Häusern und auch den Brücken. Obwohl ich sagen muss, dass mir Venedig, als ich vor 12 Jahren das erste Mal dort war, viel dreckiger und stinkiger in Erinnerung war, als es jetzt auf mich wirkte. Ja es ist nicht so sauber wie Wien, aber auch nicht so ultimativ dreckig wie Paris. Die kleine Gassen, die Stimmung, das Flair und die Musik die wirklich oft aus den einzelnen Restaurants erklinkt sorgen für ultimativ gute Stimmung. Es riecht ständig nach essen, alle sind gut gelaunt und selbst die ramschigsten Souvenirläden wirken irgendwie herzig. Wir sind an sicher gut 5 Supermärkten vorbei spaziert, also um die Wasserversorgung muss man sich keine Sorgen machen falls diese ausgeht.

Nachdem Abendessen begaben wir uns auf den Weg zum Markusplatz und der Suche nach einer (ersten) Nachspeise, was natürlich in Italien nie schwer ist, da es Eis an jeder Ecke gibt und wurden schnell fündig. Ich weiß leider nicht mehr wie der Laden hieß, aber er war kurz nachdem Lush Shop und das Haselnuss Eis war göttlich und sie hatten Birnensorbet a la Eisgreissler so Little Heaven für mich.  Zum Thema Eis und Kinderwagen tragen gebe ich euch jetzt kein Feedback, wir haben nur viele Feuchttücher gebraucht und Nerven 😀 das nächste Mal wohl doch eher kurz warten bis man fertig ist. Dank vielen Schildern findet man den Markus Platz auch ohne Navi recht gut, der Mann hat uns dennoch die letzen 5 Minuten „geführt“ da ich in Venedig zum allerersten Mal überhaupt komplett die Orientierung verloren habe und sie dann auch erst am Rückweg wieder fand. Ich wusste nach den vielen Ecken und engen Gassen die wir durchwandert sind einfach nicht mehr wo wir sind.

Das größte Highlight für die Kids war, neben der riesige Markusplatz, die vielen Brücken und das Magnum DIY Eis, dass es zum Abschluss gab, ganz klar der Disney Shop. Dieser wurde ausführlich durchforscht und ich hab sie noch nie so einig gesehen bei irgendeinem Besuch irgendwo. Ich denke sie wären am liebsten eingezogen, was ich auch irgendwie nachvollziehen kann. Der Store ist war nicht so riesig wie der in London oder Paris aber hat dennoch eine gute Auswahl an schönen Dingen und eignet sich auch super für das eine oder andere Mitbringsel.

Es gibt in Venedig auch eine Sephora, für die Beauty Junkies am Rande ein kleiner Hinweis.

Nachdem wir den Markusplatz direkt zum Sonnenuntergang erreicht hatten, war die Aussicht und die Stimmung natürlich atemberaubend schön. Die Kids sind herumgesprungen, es haben irgendwelche Bands in Cafe’s die kitschigste Musik ever gespielt und die Welt war für 30 Minuten in Ordnung und einfach perfekt.

Dieses Gefühl, dass die Welt in Ordnung ist und einfach perfekt hatte ich während dieses Urlaubes öfters. Ich war schon lange nicht mehr so ausgegelichen und glücklich.

Am Weg zurück zum Bus gingen wir dann den „anderen Weg“ auf der „anderen Seite“, welcher sicher nach der Rialto Brücke als sehr sehr sehr dunkel und Brückenreich herausgestellt hatte. Was einerseits cool war, weil ich mich wie bei Real Life Jack the Ripper gefühlt hatte, andererseits war es den Kids nach 10 Minuten durch halbdunkle Gassen gehen dann doch nicht mehr so geheuer. An sich sehr witzig, weil es so ruhig ist und man nur einmal um die Ecke geht und wieder mitten im geschehen steht. Als Belohnung am Ende gab es dann Pommes für Em, Caffee Latte um 1,50 Euro aus dem Magnum Pleasure Store (hahahaha wie passend) für uns und zwei DIY Magnum zu je 5 Euro für die Herren, die so super happy waren dass sie über beide Backen gestrahlt haben als hätten sie gerade im Lotto gewonnen. Bis zu dem Zeitpunkt als der Mann die riesige Brücke erblickt hatte die uns vom anderen Ufer trennte und zum letzten Mal „auf ein Neues“ sagte, dann war der Tag in Venedig schon um.

Ob wir es wieder besuchen? Bestimmt!

1 thought on “Venice and the kids

  1. Venedig ist wirklich wunderschön. Wir waren im letzten Jahr dort, allerdings zu einem Zeitpunkt, wo es richtig voll war. Das war nicht so toll. Dennoch, wie du hier schon schreibst, egal ob als Paar oder mit Kindern, es ist eine Reise wert und wenn man die Gelegenheit bekommt, sollte man einen Tag dort verbringen.

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