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Pregnancy sucks.

Ja, es gibt einen Grund für meine Abwesenheit und meine (leider leider leider) sehr unregelmäßigen Posts. Ein kleiner Mensch wächst in mir heran und wir freuen uns irrsinnig darüber. Dieses Glück, das Menschen nun mal verspüren wenn sie wissen das sie ab nun an nicht mehr alleine auf der Welt wandeln und bestimmte Dinge nicht mehr Essen dürfen, wird bei mir aber getrübt. Trüben ist zu wenig. Es wurde geschwärzt. Warum? Weil ich seit Beginn der Schwangerschaft an Hyperemesis grav. leide. Ja, der gleiche Scheiß der auch Kate Middleton ans Bett bzw. Klo fesselte. Anfangs dachte ich mir ja, sowas kann es nicht geben – mein Körper kann mich nicht so sehr hassen. Aber es ist so und es ist schlimmer als schlimm.

Neben der normalen Müdigkeit die sich in der Frühschwangerschaft so herumtreibt und eigentlich im normalen Alltag recht gut zu meistern ist (hallo, es ist 20.00 Uhr, das Bett ruft) quält mich nun auch dies und ich kann euch sagen – ich wünsche es nicht mal meinem schlimmsten Feind.

Aber was tut diese „Krankheit“ nun mit dir? Nun ja, jeder kennt wohl die typische Morgenübelkeit die sich so breit gut. Bei HG ist es aber so, dass dir nicht nur morgens sondern 24/7 schlecht ist. Non stop. Essen? Geht bei mir zeitweise gar nicht. Kotzanfälle? An der Tagesordnung. Oft mehr als 30x am Tag. Also wirklich krankhaft. Sogar wenn der Magen schon leer ist, du kotzt und es ist nicht schön. Natürlich bescherte mir diese tolle Krankheit, für die es bis jetzt noch keine wirkliche Heilung gibt, bereits zwei Aufenthalte im lokalen Spital. Mit tagelangen Infusionen und allem drum und dran. Ich dachte nie, das etwas schlimmer ist als eine Magen/Darm-Grippe – aber HG hat es geschafft sich unangefochten auf Platz 1 zu stellen.

Psychisch ist das alles natürlich eine Belastung, ich weiß an keinem Tag wie es mir morgen geht – langfristig planen? Nicht wirklich möglich. Wissen ob man es heute Abend irgendwo hinschafft? Naja, könnte sich ausgehen.

Arbeitstechnisch und familiär ist das ganze echt nervenaufreibend, ich habe Gott sei Dank wirklich extrem liebe Chefs die viel Verständnis haben und eine Familie die sich wirklich liebevoll kümmert und auch mal mit anpackt wenn ich nicht kann. 

Den Alltag meistere ich zeitweise gut, zeitweise eher mäßig. Es ist schwierig nett zu sein wenn man sich angestrengt darum bemüht nicht jede Sekunde drauf los zu ….. . Ich merke das vor allem mit J, der liebevoller nicht sein könnte. Es tut mir weh, zeitweise einfach nicht in der Lage zu sein Witze zu reißen. Sonst ist es auch sehr mühsam. Jeder Geruch der dich sonst schon quält ist noch schlimmer. Einen Kübel to-go habe ich leider noch nicht, aber wäre wohl langsam angebracht.

 

Das ganze schwächt also Körper und Geist und ist auch fürs Umfeld nicht gerade toll, immerhin verbringe ich die meisten Tage (nach der Arbeit, bis auf 9 Tage war ich immer arbeiten) damit entweder zu schlafen oder mich auszuruhen – es laugt aus. 

 

Es tut mir leid, wenn ich Mails oder SMS nicht beantworte oder Termine vergesse – aber momentan geht es oft nicht anders. 

 

Ihr fragt euch bestimmt was hilft? Nachdem ich in unzähligen Apotheken und bei Ärzten war, wo mir ein paar sagten „wir können Ihnen leider nicht helfen“ oder „Sie können sich so oft übergeben wie Sie wollen, solange es dem Baby gut geht“ habe ich doch einen kleinen Vorrat an Dingen die helfen – nicht immer, aber zeitweise:

 

• Sea Band zur Akupunktur – ist auch gegen Reiseübelkeit und hilft sehr gut. Ich trage statt beiden immer nur eines und wechsle die Seiten

•Globuli – Globuli halfen anfangs echt sehr gut, man kann sie leicht einnehmen und der Geschmack ist auch „ok“

•pflanzliche Mittel gegen Übelkeit – vorher Arzt fragen. Die Mittel enthalten oft Alkohol, die Dosis ist aber sehr gering (wenn man die Menge auf den Tag rechnet & zb in Wein um)

•Brechreiz hemmende Mittel. Wird zb auch Chemo-Patienten gegeben. Den Arzt fragen und auf Inhaltsstoffe achten 

•Magenschoner 

 

Prinzipiell ist es günstiger sich vom Arzt Dinge verschreiben zu lassen, meine herum probiererei hat mich mittlerweile viel Geld gekostet. Immer dazu sagen (wenn ihr nur in die Apo geht), dass ihr Schwanger seid.

 

Essenstechnisch bin ich anfangs total auf Schonkost umgestiegen, da ich aber seit fast zwei Monaten darunter leide und gemerkt habe das es egal ist was ich esse, esse ich worauf ich Lust habe – ich weiß a) sowieso nie ob ich’s drinnen behalte und b) hat mir diese Krankheit die Freude am Essen sowieso schon genommen. 

 

Was mich aber am meisten quält ist mein Gewissen. Ich fühle mich schlecht, weil ich mich schlecht fühle. Ich will nicht das dies meine Arbeit, meine persönliche Beziehungen oder meinen Alltag bestimmt und beeinflusst. Es nervt mich einfach, so zu sein und so zu leiden. Es ist vielleicht nicht für jeden verständlich, denn eigentlich h kann ich nichts dafür – aber trotzdem fühle ich mich schuldig. Schuldig meinen kleinen Sohn vl nicht so viel Aufmerksamkeit zu schenken wie er bräuchte, nicht immer 100% zu geben weil heute vielleicht nur 80% möglich sind. Meinen Freund am Abend „allein“ zu lassen, weil ich vor unserem Sohn einschlafe. 

 

Ich hoffe ich kann HG bald hinter mir lassen und die Schwangerschaft endlich in vollen Zügen genießen – ich  würde mir nichts mehr wünschen. 

2 thoughts on “Pregnancy sucks.

  1. Das hört sich schrecklich an. Es ist interessant jedoch einen Einblick der täglichen Realität davon zu bekommen. Man jammert ja schon bei 48h Übelkeit da kann man sich das über 2 Monate hinweg gar nicht erst vorstellen. Alles gute für dich

    Mrsinlondon.co.uk

  2. Oh je, das hört sich furchtbar an! Meine Schwiegerkusine hat auch darunter gelitten, dazu kommt noch Epilepsie; ihre Kleine wird ein Einzelkind bleiben, weil sie das nicht nochmal mitmachen will.

    Ich wünsche euch (bzw. besonders dir) alles Gute und hoffe, dass es dir bald besser geht und du wieder normal leben kannst.

    LG, OktoberKind 🙂

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