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Über Mütter und andere Schwangerschaftsproblemchen …

Gestern habe ich einen äußerst tollen Artikel von Anna Frost zum Thema „Ey Muttis, seid doch mal lieb zueinander“ gelesen, der mir nicht mehr aus der Seele sprechen hätte können. Darin beschreibt Anna wie schwer sich andere Mütter das Leben gegenseitig durch ihre Art der Kritik, Meinungshaltung und vor allem ihr Verhalten einander gegenüber machen.

Nachdem mein Sohn mittlerweile 4 1/2 ist, habe ich damit (leider) auch schon mehrere Erfahrungen gesammelt. Egal ob im Babykurs oder bei der Wahl des Kindergartens, ob das Kind nun nur Wasser trinkt oder das iPad auch mal als Babysitter herhält, überall sind andere Eltern, allen voran Mütter, die gerne Kritik üben.

Das ganze beginnt bereits in der Schwangerschaft (bei mir also gerade aktuell) und hört wohl erst auf wenn man selbst unter der Erde liegt (Reminder: meine Mama fragen ob sie heute damit noch Probleme hat von anderen Müttern zwecks Erziehung „angefeindet“ zu werden). Warum ich also darüber schreibe? Weil ich, wie Anna, dieses Thema auch ansprechen will.

Ich bin momentan in der 37. Woche schwanger und selbst jetzt, Kind noch gar nicht auf der Welt, beginnen diese „Anfeindungen“ durch andere Schwangere oder Mütter. Jeder hat Tipps (wie in diesem Beitrag und diesem Beitrag schon mal am Rande erwähnt) und weiß es besser.

Egal ob es dabei um das Essen während der Schwangerschaft geht, wo ich hierzu schon Kommentare und sogar Mails bekommen habe ob ich denn während der Schwangerschaft wirklich Proscuitto essen müsse oder ob ich das Steak nicht lieber komplett durch haben möchte, zu Fragen wie: du trinkst wirklich Kaffee? Hallo? Es ist ein Latte, 90% Milch und 10% Espresso werden dem Kind nicht mehr schaden als ne Tafel Schokolade.

Ich weiß nicht wieso Frauen sich in jeder Lebenslage, sei es karrieretechnisch, privat oder auch im öffentlichen Umfeld immer so anzicken und anfeinden müssen. Warum muss ich jede Entscheidung einer anderen Frau kommentieren und vielleicht auch noch herablassend darauf reagieren? Warum kann ich die Person nicht einfach Mensch sein lassen?

Mir ging es am Anfang der Schwangerschaft ziemlich beschissen und deswegen lag ich auch mehrmals im Spital, im Spital wurde ich zum ersten Mal in meinem Leben von anderen Frauen nicht beratschlagt oder kritisiert sondern wirklich bemitleidet. Dieses Erlebnis hat mich geprägt, da ich mittlerweile schon so auf Abstand bei Menschen gehe die ich nicht gut kenne und mit ihnen auch ungern über das Thema Schwangerschaft und Erziehung rede, weil es mich anfuckt mich rechtfertigen zu müssen. Ein Austausch auf einer gewissen Ebene und einem gewissen Niveau ist leider nicht/nur selten möglich.

Mein wohl aktuellstes Thema ist wohl die Geburt und Stillthematik. Als ich einmal ansprach das ein Kaiserschnitt für mich auch ok wäre (eigentlich scheiß ich mich total davor an, aber es stand in der Schwangerschaft aus medizinischer Sicht leider zur Debatte) wurde ich fast gefressen. Wie ich nur daran denke könne und das arme Kind hat dann ja ein Trauma und es wäre überhaupt ganz ganz schlecht für die Bindung.

Die gleichen Kommentare gibt es übrigens auch beim Thema PDA. Meine erste Geburt habe ich ohne überstanden und ja, jetzt spiele ich schon mit dem Gedanken, sofern nötig und es sich ausgeht, mir eine PDA „zu gönnen“. Ich sehe nicht ein wieder 6 Stunden Höllenqualen zu leiden. Auch wenn es dazu gehört, warum soll ich? Wenn sich doch jeder bei dem ersten Anzeichen von Kopfschmerzen ein Aspirin reinpfeffert soll ich als Mutter, weil es ja soooo natürlich ist, darauf verzichten und den ganzen Scheiß ohne ertragen? Been there, done that – es war nicht so toll und ja, auch wenn ich mich nicht erinnere, weiß ich, es tut einfach scheiß weh. Und nein, ich bin daraus nicht gewachsen oder eine bessere Frau geworden.

Kaiserschnitt und PDA sind Themen mit denen ich mich auseinandersetze, aber bei denen ich nur gerne Erfahrungen hätte ohne dabei gleich eine ganze Lebensweisheit aufgeschwatzt zu bekommen. Ich denke das Kinder die unter PDA Einfluss oder mit Kaiserschnitt zur Welt kommen genauso geliebt werden wie Kinder die natürlich auch die Welt kommen. Man muss als Frau nicht immer Kriegerin spielen, vor allem nicht bei einem Kopfdurchmesser von 36cm (ich weiß wovon ich spreche).

Das nächste leidige Thema ist die Stillfrage. An alle Schwangeren ein Tipp: einfach nicht antworten. Egal was man sagt, es ist falsch. Nur 6 Monate, warum denn? Liebst du dein Kind nicht? Was heißt du weißt nicht ob du Stillen willst? Wie kann das überhaupt zur Frage stehen?

Hierbei hat sogar mein eigener Freund (ja, ich sehe dich an!) mich schief angesehen als ich auf die Frage „keine Ahnung, wenn es mir weiterhin so schlecht geht werde ich das wohl auslassen“ antwortete. Ich weiß es wirklich nicht, ich quäle mich seit September mit dieser Schwangerschaft und ich weiß nicht, ob ich Stillen will/kann/muss. Ich hätte meinen Körper nach diesen Monaten des am Boden liegen und am Weg zur Arbeit kotzen gerne wieder komplett für mich. Sowas kann man im Vorfeld auch nur „planen“, wie es dann wirklich kommt weiß niemand. Und nur weil Kind Nr.1 gestillt wurde, heißt nicht das Kind Nr.2 auch gestillt werden muss.

Eine der größten Thematiken ist auch: die Hebamme. Nein, ich habe keine. Ich will auch keine. Ich würde mein Kind am liebsten ALLEINE in einem einsamen Raum bekommen. Ich bin so wenn ich Schmerzen habe, ich verkrieche mich gerne und bin für mich. Deswegen will ich niemanden (ausgenommen meinen Freund) dabei haben, schon gar keine Hebamme die ich davor vielleicht auch schon getroffen habe. Ich bin ein Mensch, ich bin eine Frau, ich sollte wissen was zu tun ist in diesem Moment, immerhin ist mein Körper ja darauf ausgelegt dieses Kind zu bekommen. Ich weiß, viele Frauen werden mich dafür hassen, ich kann es auch verstehen wenn man eine Hebamme braucht, jemand vertrauten der einen durch diese Zeit geleitet, aber ich bin eben nicht so. 

Vielleicht bin ich zu liberal erzogen worden, vielleicht liegt es an meinem Umfeld das ich mir privat in den letzten Jahren so geschaffen habe das ich gerne frei und selbst wählen kann wie ich mich als Mutter, Frau, Mensch verhalte, aber ich bin nicht gewillt mich diesem HickHack nochmal auszusetzen.

Deswegen werde ich dieses Mal auch einige Babykurse meiden oder sie mit Frauen machen mit denen ich mich privat gut verstehe. Denn seit mein Kind im Kindergarten/Vorschule ist, hatte ich noch nie ein Problem mit anderen Eltern. Das ganze spielt sich eher in diesen Kursen, am Spielplatz oder beim Kinderarzt ab…

Und ja, Muttis die mit mir in Babykurden waren – ich sehe euch an! 

2 thoughts on “Über Mütter und andere Schwangerschaftsproblemchen …

  1. ein sehr interessanter Post. ich habe noch keine Kinder, aber ich kann mir vorstellen wie schwer es ist ständig mit diesen meist ja "gut gemeinten" Tipps konfrontiert zu werden. man kennt es ja auch von anderen Themen (Krankheit usw.). ich denke jeder macht es eben auf seine Art und Weise und das wird schon richtig sein. 🙂 liebe grüße!

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