Food, Kolumne

Warum wir alle mehr Apfelstrudel essen sollten (+ Rezept)

Der Apfelstrudel, die Universalnachspeise der Österreicher und wohl das einzige Ding dass man von hier bis Vorarlberg in noch jedem so kleinen Wirtshaus auf der Karte findet, ist auch die erste Mehlspeise an die ich mich aus meiner Kindheit erinnern kann. Ich weiß nicht mehr genau, ob ich ihn bei meiner Großmutter oder aber bei Mama gegessen habe, es könnte auch die Urli gewesen sein, die ihn gezaubert hat. Ich weiß nur noch, dass er von Anfang an wie der Himmel auf Erden geschmeckt hat.

Der Geruch, denn er schon im Backrohr von sich gab. Apfel, Zimt und Zucker. Wärme, Liebe und Geborgenheit. Noch heute bekomme ich, wenn ich zuerst den Geruch und danach den Geschmack wahrnehme ein riesiges Gefühl von Wohlbefinden und Heimat.

Der Apfelstrudel vermittelt mir ein Gefühl von zu Hause und Vollkommenheit. Keine Nachspeise war je so präsent in meinem Leben. Egal ob als Kind wenn meine beste Freundin mich besuchte und Mama schnell was zauberte, oder an einem normalen Sonntag nachdem Schweinsbraten zum Dessert, nach der Geburt der Kinder, selbst als meine Großmutter starb war der Apfelstrudel dass Dessert zu dem ich beim zusammensein nach der Trauerfeier griff.

Ich denke dass jeder von uns eines dieser Dinge, Rituale oder Gepflogenheiten die einen durch den Alltag und das Leben begleiten. Dinge die nicht alltäglich sind, aber bei denen wir uns, wenn wir sie dann wiedermal in Erinnerung rufen, einfach Glück verspüren.

Möglicherweise übernehmen wir diese Dinge auch von unseren Großeltern, Eltern oder anderen Personen die für uns als Vorbilder oder Idole fungieren. Ich weiß noch, dass meine Großmutter nie gerne gebacken hat, weil es ihr zu anstrengend war. Der Apfelstrudel war jedoch immer eine der wenigen Süßspeisen die sie dennoch gerne zubereitete. Einmal mit Rosinen und einmal ohne. Damit jeder seine Freude hat.

Jetzt wo ich selber Kinder habe, möchte ich ihnen dies Gefühl weitervermitteln. Für mich gab es als Kind nichts schöneres als am Sonntag zu Hause mit meiner Mutter Seidentücher zu bemalen (ja, das war mal in), Jolly zu spielen und eben dazu Apfelstrudel zu essen. Oder mit Papa verbotene Filme (ich sag nur Jurassic Park und alles was Schwarzenegger zu bieten hat) zu sehen und auch sich hier wieder mit Strudel voll zu stopfen. Ich möchte dies auch.

Auch wenn wir in der heutigen Zeit so wenig unserer Eltern vielleicht weitervermitteln oder an uns nehmen, da Technologie und Werte sich ändern, sollte man doch die kleinen Dinge, an die man sich sein Leben lang erinnert, weiterreichen. Wie mein Papa, der mir heute noch davon erzählt, dass sie als Kinder immer ein Stück Schokolade auf den Kopfpolster gelegt bekommen haben.

Seine Schokolade ist mein Apfelstrudel.

Deswegen hier, ein kleines feines Rezept, denn Apfelstrudel ist wohl die einfachste Nachspeise der Welt:

1 Strudelteig (selber machen geht so)
3-5 große Äpfel
Kristallzucker
Zimt

wenn ihr nicht allzu faul seit:
halben Becher Semmelbrösel
Butter

wenn ihr noch das gewisse Etwas sucht:
ca. 100-200g geriebene Walnüsse

Den Strudelteig entweder nach Anleitung zubereiten oder den gekauften Teig ausrollen, ich verurteile nicht, ich bin zum Teig selber machen auch zu faul/unfähig. Backrohr, sofern bei euch nötig, vorheizen. Die Äpfel schälen und in eine Schüssel reiben. Sofern ihr das ganze inklusive Semmelbrösel haben wollt, diese in Butter schön braun anbraten. Ich sags euch gleich, es schmeckt ohne auch sehr sehr gut!

Die Semmelbrösel mit den Äpfeln und Walnüssen vermengen, Zimt und Zucker untermischen. Gerne kosten, da die ganze Masse ja quasi nur Äpfel mit Nüssen und Brösel ist, braucht ihr hier keine Angst haben wegen Salmonellen.

Die ganze Masse dann auf den Teig verteilen, umschlagen und ca 15 Minuten im Backrohr goldbraun backen.
Am besten warm mit vieeeeel Zucker servieren (wer mag auch mit Schlagobers)!

Dazu eignet sich perfekt eine gute Tasse Kaffee oder Tee, aber auch ein Glas Apfelsaft.

Den Strudel kann man auch super mit den Kids zubereiten, er geht wirklich easy cheesy, ist super lecker und die ideale Nachspeise. Und grad die Kleinen sind immer superstolz wenn sie helfen können und selbst etwas zubereiten dürfen.

Den Strudel mit der ganzen Familie, der besten Freundin oder einfach alleine genießen!

PS. der kleine verbrannte Fleck oben am Strudel ist meine persönliche Note die nennt sich „Timer am Backrohr immer stellen“ 😛

2 thoughts on “Warum wir alle mehr Apfelstrudel essen sollten (+ Rezept)

  1. Mhmhmhmhm oh mein Gott sieht das gut aus – ich liebe ja Apfelstrudel über alles!
    Bzw. eigentlich jeden Strudel, den meine Oma zaubert – bei ihr gibt’s nämlich auch öfters Kirsch- oder Topfenstrudel, so gut!
    Da sie so oft Strudel macht, musste ich bis jetzt noch keinen selber zaubern.. Aber das hört sich ja eigentlich gar nicht so arg schwierig an… 🙂

    Alles Liebe, Katii

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