Familie, Persönlich

Zwei Jahre Familienleben zu viert

Vor zwei Wochen hat sich der Geburtstag unserer Tochter zum zweiten Mal gejährt, Zeit also die Zeit zu viert Revue passieren zu lassen. (Daniela von die kleine Botin hat mich auf den Geschmack gebracht).

Was hat sich verändert? Was blieb gleich? Und was darf in unserem Leben gar nicht mehr fehlen?

Der Schritt von einem auf zwei Kinder ist enorm. Es ist auf einmal gefühlt 80% mehr Wäsche im Haus, 125% mehr Krümel und über den Lautstärkepegel will ich gar nicht anfangen zu sprechen. Dennoch bin ich unendlich dankbar, dass wir ein zweites Kind bekommen konnten und es nach Jahren des bangen doch geklappt hat, da ich keine Minute der Zeit zu viert missen möchte.

  1. die Kuschelzeiten im Bett verdoppeln sich
    Es gibt wohl eine Leidenschaft die wir alle teilen und die ist es ewig lange im Bett oder am Sofa im Pyjama zu liegen, zu kuscheln und dabei zu lesen, lachen oder einfach nur zu schlafen. Gott sei Dank sind beide Kinder mit einer sehr großen Liebe zum Schlaf gesegnet, was das eine oder andere Wochenende im Pyjama bereits ermöglichte.
  2. wir essen in etwa das dreifache
    Ein Kind haben wir beim Einkauf quasi nicht gespürt, das lief nebenher und aß quasi mit. Seitdem J größer ist und Em auch normal isst, brauchen wir gefühlt essen für 6 Personen. Unser Kühlschrank ist ständig leer und egal wie groß der Wochenendeinkauf auch ausfällt, spätestens am Mittwoch müssen wir wieder nachkaufen. Vor allem Obst ist rar, da die Kinder das quasi verschlingen. Bei Emmi muss man übrigens aufpassen dass sie nicht einen Riegel Butter auf einmal isst, keine Ahnung woher diese Vorliebe kommt 😀
  3. Egal wie groß der Altersunterschied ist, sie streiten trotzdem
    Meine Kinder lieben es zu streiten, und das obwohl eines noch nicht mal richtig spricht. Ständig fetzen sie sich wegen irgendeinem Kleinschas, meist weil der große Bruder der kleinen Schwester helfen will und die ist dafür gar nicht offen. Ich hoffe diese Phase legt sich bald, denn spätestens wenn Em richtig spricht brauch ich wohl eine Familienpackung Ohropax.
  4. Geschwisterliebe ist die tollste Liebe
    Ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal sage, aber die Art wie die zwei sich unendlich lieben und vergöttern und auf der anderen Seite zeitweise hassen ist wohl das größte Phänomen das ich je erlebt habe. Ich bin mir sicher, sie würden füreinander durchs Feuer gehen, andererseits würden sie einander wohl auch gegen eine Packung Gummibärchen eintauschen. Die zwei zusammen zu sehen, ruft mir erst wieder hervor wie sehr ich meinen eigenen Bruder liebe und das gemeinsame Aufwachsen genoss und wie wichtig es mir ist, dass sie einander haben.
  5. Sie sind wie Ying und Yang
    Ich habe noch nie so zwei unterschiedliche Charaktere gesehen wie die zwei. J ist irrsinnig geduldig, Em überhaupt nicht. J ist irrsinnig sozial und gutmütig, Em ist am liebsten alleine und hat keinerlei Interesse an anderen Kindern. Gemeinsam ergänzen sie sich in ihrem Sein, mit allen guten und auch schlechten Eigenschaften perfekt.
  6. Sie treiben mich zeitweise zur Weißglut
    Bin ich bei einem Kind noch sehr ruhig und besonnen gewesen, so bringen mich zwei manchmal echt auf die Palme. Allen voran wenn dann schon zum 5. Mal einer zum weinen beginnt weil der andere irgendetwas macht oder einfach nicht versteht, dass auch Geschwister mal Ruhe brauchen. Ja, WUSA ist da wohl die Devise, aber leider nicht immer machbar.
  7. Unser Auto wird wohl nie wieder sauber sein
    Die Vorsätze die Kinder im Auto nicht essen zu lassen hielten gerade mal 2 Wochen. Getrieben von Hunger und viel Geraunze („Mama warum darfst du essen und wir nicht?“) haben wir dann doch nachgeben. Mittlerweile ist unser Autoboden wieder mit Hirsebällchen übersät und ich stelle mir ernsthaft die Frage: wird das irgendwann wieder sauber?
  8. Das Badezimmer gleicht einem Hallenbad
    Ein Kind zu baden gleicht schon einer mittleren Überschwemmung, bei zwei Kindern ist es quasi der Untergang der Titanic die sich im Badezimmer abspielt. Zeitweise gibt es auch hier ganz große Tragödien, die aber eher einem Kabarett gleichen – ich sag nur Stichwort Haarewaschen. Man muss bei einer Reinigungsrunde der zwei quasi alles in Sicherheit bringen und sollte auch nicht vergessen sich vor betreten die Socken ausziehen. Mein Traum wäre ja ein Badezimmer mit Abfluss in der Mitte.
  9. Man kann es nicht immer allen recht machen
    Ein Kind zufrieden zu stellen war für mich einfach, sehr einfach sogar. Zwei? No way. Das beginnt schon damit, dass sie ziemlich schnell checken wenn Dinge unfair sind und man aber oft nichts dagegen tun kann. Das beginnt mit „Mama, warum darf die Emilia noch wach bleiben?“ (weil sie ein Baby ist und nicht wie du von alleine bis 9.00 schläft) bis hin zu warum der große Bruder ein Eis für sich alleine haben darf. Anfangs habe ich noch versucht es ihnen so gut es geht recht zu machen, mittlerweile habe ich aber kapituliert. Das Leben ist unfair, deal with it.
  10. ein eigenes Zimmer für jeden ist toll – aber kein MUSS
    Als wir in unsere Wohnung zogen, waren wir heilfroh, dass wir pro Kind ein Zimmer hatten plus Extrazimmer als Home Office für uns. Mittlerweile wissen wir aber, eine 4 Zimmer Wohnung hätte auch locker gereicht, den die zwei kleben zu 99% aneinander und spielen in einem Zimmer – das andere ist dabei nur Deko. Das ging sogar soweit, dass eines der Zimmer ganze 10 Monate leer stand, weil sie sich auch nachts nicht trennen konnten. Mittlerweile haben wir zumindest abends eine Trennung geschafft (sie brauchen einfach Ruhe), tagsüber spielen sie aber nach wie vor meist nur in einem.
  11. Paarzeit zu zweit ist wichtiger denn je
    Zwei Kinder, vor allem wenn der Altersunterschied fast 5 Jahre beträgt, haben extrem viele Anforderungen an ihre Eltern, die man so gut es geht erfüllt. Hierbei darf man aber nicht vergessen, dass man nicht nur Mama und Papa ist, sondern auch Mann und Frau. Gerade diese Zeit ist extrem wichtig und sollte auch zelebriert und genossen werden – denn die Kinder stehen schneller auf als man glaubt.
  12. das iPad ist GOLDWERT
    Ja, ein kleines Product Placement für das ich kein Geld bekomme habe und aus tiefster Überzeugung sage – das iPad ist jeden Cent wert. Egal ob in der Bahn für die Kleine zum Peppa Pig schauen oder für den Großen abends vorm einschlafen zum spielen – es ist ein Mini Babysitter mit Strom und ich steh dazu. Hoch lebe das iPad.

Ja, das war eine kleine, grobe Zusammenfassung der Dinge die sich bei uns geändert haben – ich hoffe ihr erkennt die eine oder andere Situation wieder.

 

Falls ihr euer Best Of zum Besten geben wollt, immer her damit – ich freue mich.

 

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